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Mit der Formulierung der Allgemeinen Gleichgewichtstheorie durch Léon Walras liegt ein umfassender und systematischer Ansatz in der ökonomischen Theoriegeschichte vor, der die ökonomische Wissenschaft als eine den Naturwissenschaften analoge, exakte Wissenschaftsdisziplin begreift die eindeutig von der Sphäre der Moral abgegrenzt ist. Diese Vorstellung hatte weitreichende Auswirkungen auf die Theorieentwicklung des 20. Jahrhunderts. Jedoch konnte eine solche Forderung nach Wissenschaftlichkeit der ökonomischen Wissenschaft nicht gerecht werden, da sich ihr Untersuchungsgegenstand durch den freien menschlichen Willen auszeichnet. Deshalb sollte diese Forderung im Laufe ihrer geschichtlichen Entwicklung zu einer Ummodellierung auf der zugrunde liegenden methodologischen Ebene führen, um der gängigen Wertfreiheitskritik beizukommen und ein wissenschaftliches Abgrenzungskriterium auszumachen. Dabei zeigt sich in der theoriegeschichtlichen Entwicklung des 20. Jahrhunderts (exemplarisch durch M. Friedman, L. Robbins, F.H. Knight und L. Walras), dass die ökonomische Wissenschaft aufgrund ihrer Natur dem Kriterium des Falsifikationismus und einer positivistischen Wissenschaft nicht gerecht werden kann und ihre wissenschaftliche Entwicklung nicht eine kontinuierliche im Sinne des wissenschaftlichen Fortschritts darstellte. Somit kann in der historischen Formation mit der Wertfreiheitskritik einhergehend in der Suche nach einer den Naturwissenschaften analogen Objektivität eine Eingrenzung der reinen Theorie sowie einer daraus resultierenden wandelnden Methodologie beobachtet werden. Der Versuch eine rein objektiv definierte Sphäre der Ökonomie herauszulösen blieb letztlich erfolglos. Denn jegliche sozialwissenschaftliche Auffassung ist von Werturteilen durchzogen und eine naturwissenschaftliche Methodologie stößt in der ökonomischen Wissenschaft an ihre Grenzen, da Werturteile nicht aus der Wissenschaft eliminiert sondern lediglich verdeckt wurden und man versuchte, die Wahl auf ethischer Ebene mittels wissenschaftlicher Ergebnisse zu determinieren. (Autorenref.) With the formulation of General Equilibrium Theory by Léon Walras economics was attempted to be precisely delimitated from ethics by following the methodology of the natural sciences. This orientation along the objectivity of the natural sciences had a lasting impact on the development of economic theory in the twentieth century. However, since the subject of economics is different from that of the natural sciences, the claim for natural science objectivity was doomed to fail. We are thus able to reconstruct along the line of important economists in the twentieth century (M. Friedman, L. Robbins and F.H. Knight) a line of development which shows that the formulation and development of economic theory was driven by the illusory demand of a value-free science. However, this demand could not be met and led to a manipulation on the methodological level which tried to cover the enclosed value-judgements. Thus the development of economic theory in the twentieth century was not a continual, linear one according to positivist standards, but shows decisive breaks in attempting to formulate a objectively defined sphere of economic theory which is free of value-judgments. Despite the foregoing precise delimitation from ethics, this illusory demand led to the determination of ethics by pure science and thus tried to make the hidden value-judgments binding in reality. (author´s abstract)
Wirtschaftstheorie / Ethik / Neoklassische Theorie / Monetarismus / Theoriebildung / Geschichte economic theory / ethics / neoclassical theory / monetarism / theory / history
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